Bereitschaftspflege - Konzept

Adresse

Kinder- und Jugendhilfe St. Josef; Oskar Serrand-Str. 2; 97483 Eltmann; Tel. 09522/ 9238-0

Zielgruppe

Kinder im Alter bis zu 6 Jahren, die aus verschiedenen Gründen nicht in einer Wohngruppe betreut werden können.

Gesetzliche Grundlagen

§ 34 SGB VIII in Verb mit § 42 SGB VIII

Personal

Die Betreuung wird von einer Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe in deren Haushalt – im Rahmen einer Bereitschaftspflegschaft übernommen. In der Regel findet – im Rahmen der Kindergarten- Öffnungszeiten eine zusätzliche Betreuung im Kindergarten / in der Kinderkrippe der Kinder- und Jugendhilfe St. Josef statt. Vor Beginn der Zusammenarbeit wird die Bereitschaftspflege-Fachkraft vom Pflegekinderfachdienst des zuständigen Jugendamtes auf ihre Eignung überprüft.

Konzeptionelle Schwerpunkte

Während der Dauer der gesamten Maßnahme:

  • Zeitnahe Hilfeplanung spätestens 1 Woche nach Aufnahme
  • Stabilisierung des Kindes und Klärung der familiären Situation
  • Elternarbeit: Enge Einbeziehung der Eltern unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung der Bindungen;  Festlegung der Frequenz und Inhalte der Umgangskontakte
  • Steuerung der Maßnahmen und fachliche Begleitung der Umgangskontakte; Vor- und Nachbereitung
  • Entwicklung weiterer Perspektiven
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
  • Entwicklungsbericht

Während der Dauer des Bereitschaftverhältnisses:

  • Umfassende und bedarfsgerechte Betreuung in den verschiedenen Einrichtungsteilen der Kinder- und Jugendhilfe St. Josef (Kindergarten, Krippe, Fachdienste, Bereitschaftspflege)
  • Diagnostik
Methoden
  • Umfassende Versorgung und Betreuung des Kindes und dessen Eltern während der Zeit der Bereitschaftspflege
  • Aufrechterhaltung von regelmäßigen, positiven Kontakten zwischen Kind und Eltern
  • Intensive Zusammenarbeit mit den Eltern/Pflegeeltern
  • Rollenklärungen (Eltern, Jugendamt, Einrichtung)
  • Fachliche Anleitung der Bereitschaftspflege- Fachkraft
  • Gezielte Beobachtung
  • Krisenintervention
  • Begleitung der Eltern/ Pflegeeltern nach Beendigung des Bereitschaftspflegeverhältnisses
Rahmenbedingungen
  • Individuelle Förder- und Erziehungsplanung
  • Strukturierter Tagesablauf
  • Die Regularien der stationären Wohngruppen finden grundsätzlich Anwendung. Dazu gehören insbesondere:
    • Führen einer Kinderakte
    • Dokumentation aller relevanten Informationen
    • Regelmäßige Fallbesprechungen und Protokollierung im Rahmen der Kindergarten- Teambesprechung
    • Informationspflicht an die Einrichtungsleitung
      bzw. an das Jugendamt bei besonderen Vorkommnissen
  • Die Infrastruktur und der Fachdienst der Einrichtung (insbesondere „Erziehungsleitung teilstationär") werden begleitend in Anspruch genommen.
  • Bei Bedarf enge Zusammenarbeit mit externen Diensten wie Frühförderung, Ärzten, Kinder- und Jugendpsychiatern
  • Von der Bereitschaftspflege- Fachkraft sowie von den in deren Haushalt lebenden Personen liegt ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vor.
Entgelt

Das Entgelt für die Bereitschaftspflege wird mit den jeweiligen Kostenträgern individuell vereinbart. In der Regel wird das Entgelt eines sozialpädagogischen Wohngruppen- Platzes  verrechnet. Hierin sind alle Aufwendungen wie Fahrtkosten, Kindergartenplatz und sonstige Aufwendungen enthalten.

Nachbetreuung

Die Nachbetreuung lässt sich in zwei Möglichkeiten gliedern:

  1. Das Kind kommt zurück in die Herkunftsfamilie. Die zuständige ASD- Fachkraft des Jugendamtes entscheidet über die Dauer und den Umfang der Nachbetreuung im Rahmen des Hilfeplans.
  2. Das Kind kommt in ein Dauerpflegeverhältnis. Der Pflegekinderdienst des Jugendamtes entscheidet über die Dauer und den Umfang der Nach-betreuung im Rahmen des Hilfeplans.

Die Ambulante Nachbetreuung nach Abschluss der Bereitschaftspflege ist z.B. im Rahmen einer EZB/SPFH möglich und wird bei Bedarf als Sonderleistung zu den mit dem Jugendamt vereinbarten Konditionen organisiert. Die Fachkraft der Bereitschaftspflege kann in Co-Arbeit den Übergang zur EZB/SPFH- Fachkraft begleiten und unterstützen.